Zystische Fibrose

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Krankheitsbeschreibung

Krankheitsdefinition

Die Zystische Fibrose (CF) ist eine genetische Erkrankung und gekennzeichnet durch Produktion von Schweiß mit hohem Salzgehalt und durch Sekretion von Schleim mit abnormer Viskosität. Sie ist bei Kindern mit europäischer Herkunft die häufigste genetische Erkrankung.

Epidemiologie

Die Prävalenz der CF bei Geburt ist von Land zu Land verschieden, sie beträgt in Familien mit europäischer Herkunft etwa 1:4.000 und ist sehr viel geringer in asiatischen und afrikanischen Populationen.

Klinische Beschreibung

Die Krankheit verläuft chronisch und in der Regel progredient. Die Symptome beginnen meist im frühen Kindesalter und gelegentlich (mit Mekonium-Ileus) schon bei der Geburt. Praktisch jedes innere Organ kann in seiner Funktion gestört sein. Im Vordergrund stehen aber die Symptome der Atemwege (chronische Bronchitis), des Pankreas (Pankreasinsuffizienz, jugendlicher Diabetes und gelegentlich Pankreatitis). Seltener sind Symptome von seiten des Darms (Obstruktion) und der Leber (Zirrhose). Die häufigste Form der CF geht einher mit respiratorischen Symptomen, Verdauungsproblemen (Fettstühle und/oder Obstipation) und verringertem Zuwachs von Körperlänge und Gewicht. Morbidität und Mortalität werden bestimmt durch das Ausmaß der bronchopulmonalen Beteiligung. Männliche Sterilität ist ein konstantes Symptom. Es wurde auch über Formen der CF mit spätem Beginn und dann meist leichter und monosymptomatischer Ausprägung berichtet.

Ätiologie

Ursache der CF sind Veränderungen im CFTR-Protein. Dessen am besten bekannte Funktion ist die Beteiligung bei der Regulation des transmembranösen Ionentransportes. Die Veränderungen des Proteins führen zu einer abnormen Zusammensetzung des Sekretes der exokrinen Drüsen. Wenn in den Membranen der Epithelzellen ein funktionsfähiger CFTR fehlt, wird Schweiß mit hoher Salzkonzentration (Risiko einer hyponatraemischen Dehydratation) produziert und Schleimsekrete mit abnormer Viskosisität (mit der Folge von Stase, Obstruktion und bronchialen Infekten). Die CF ist eine monogene, autosomal-rezessiv vererbte Krankheit und durch Mutationen im CFTR-Gen auf Chromosom 7 verursacht. Mehr als 1250 verschiedene Mutationen wurden bisher bekannt. Schon allein die deltaF508-Mutation macht etwa 70% aller bei CF-Patienten gefundenen Mutationen aus, und die nächsten 20% teilen sich nur 30 andere Mutationen. Es gibt keine klare Beziehung (Korrelation) zwischen Genotyp und Phänotyp. Neben der allelischen Heterogenität und der Möglichkeit zusätzlicher Mutationen im gleichen Allel kann eine ganze Reihe anderer Faktoren den Phänotyp beeinflussen, darunter auch Faktoren der Umwelt und krankheitsmodifizierende Gene.

Diagnostische Verfahren

Die vorläufige Diagnose einer CF wird durch die Ergebnisse des Schweißtests gestellt (Chloridkonzentration über 60mmol/L) und durch den anschließenden Nachweis pathogener CFTR-Mutationen bestätigt. Die Testung der Neugeborenen ist seit Ende 2002 weit verfügbar und erlaubt in 95% der Fälle die Diagnose der CF.

Pränataldiagnostik

Die Mutationsanalyse in der Chorionzottenbiopsie ermöglicht eine vorgeburtliche Diagnostik.

Genetische Beratung

Den Paaren mit heterozygoten Mutationen soll eine humangenetische Beratung angeboten werden.

Management und Behandlung

Die Behandlung der CF ist bisher ausschließlich symptomatisch. Sie kreist um Bronchialdrainage, Antibiotika bei Atemwegsinfekten, Substitution von Pankreasenzymen und Gabe von Vitaminen und kalorienreichen Nahrungszusätzen bei Verdauungs- und Ernährungs-Problemen.

Prognose

Mit diesen kosteneffektiven Behandlungsmethoden wurde die Prognose der CF entscheidend verbessert: In den 1960er Jahren verstarben die meisten Patienten vor einem Alter von 5 Jahren, während heute die mittlere Lebensdauer 35 Jahre und die Lebenserwartung 40 Jahre betragen. Diese symptomatisch orientierte Behandlung sollte an Wirksamkeit noch gewinnen, wenn mit der Entwicklung ätiologisch orientierter Therapien (pharmakologische Ansätze, Gentherapie), mit CF-Screening der Neugeborenen und durch multidisziplinäre Betreuung zusätzlicher Nutzen erreicht wird.
Quelle: Orphanet: an online rare disease and orphan drug data base. Copyright, INSERM 1997. Available on http://www.orpha.net. Accessed 16.11.2015.

Orofaziale Manifestation

Zahnanomalien (Schmelzhypoplasien)

Literatur

Weblinks