Odontodysplasie,regionale/ Geisterzähne

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Krankheitsbeschreibung

Die Regionale Odontodysplasie (ROD) ist eine örtlich begrenzte Entwicklungsanomalie der Zahnanlagen. Die Prävalenz ist nicht bekannt, in der Literatur wurden bisher etwa 140 Fälle beschrieben. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, eine ethnische Prädilektion gibt es nicht. Die Zähne der Menschen mit ROD sind meist hypoplastisch, klein, atypisch geformt, tragen oberflächliche Grübchen und Gruben und sind gelblich oder bräunlich verfärbt. Die Anomalie tritt meist einseitig auf, und der Oberkiefer ist häufiger als der Unterkiefer betroffen. Weitere häufige Merkmale sind verzögerter oder fehlender Zahndurchbruch und Abszesse und Fisteln, obwohl keine Karies besteht. Röntgenologisch fällt der fehlende Kontrast zwischen Schmelz und Dentin auf und die sehr dünne (geisterhafte) Schichtung. Die Pulpa erscheint groß, und evtl. können Pulpasteine oder Dentikel gesehen werden. Histologisches Merkmal ist ein Nebeneinander von zellulären, amorphen und interglobulären Dentinarealen. Der Schmelz ist hypoplastisch, und es bestehen mangelhaft verkalkte Bereiche, sowie Invaginationen von der Schmelz-Oberfläche in das Dentin hinein, die zu bakterieller Kontamination der Pulpa mit Pulpitis oder Nekrose führen können. Der Knochen selbst ist nicht betroffen. Die Ursache der ROD ist noch immer strittig, als mögliche Ursachen wurden z.B. Kreislaufstörungen, Virusinfektionen, örtliches Trauma, Medikamente in der Schwangerschaft, Gesichtsasymmetrie oder Kombinationen dieser Faktoren genannt. Die Verdachtsdiagnose folgt aus dem klinischen Zahnbefund, aus ausbleibendem Zahndurchbruch oder dem Befund einer Pulpitis oder Nekrose bei gleichzeitig fehlender Karies. Die Diagnose wird bestätigt durch den röntgenologischen Nachweis der typischen 'geisterhaften' Erscheinung der Zähne und ähnlicher Strahlendurchlässigkeit von Schmelz und Dentin. Die Behandlung von Pulpitis und Nekrose ist hauptsächlich konservativ und zielt auf eine möglichst lange Erhaltung der betroffenen Zähne, damit sich die Kiefer normal entwickeln können. Wenn Zähne extrahiert werden müssen, sollen sie aus ästhetischen und funktionellen Gründen durch austauschbare Platzhalter ersetzt werden. Hierdurch wird auch eine überschießende Eruption der gegenüber liegenden Zähne verhindert, und die normale vertikale Ausdehnung bleibt erhalten. Einige Patienten profitieren von Autotransplantaten. Nach Abschluß des Gesichts- und Schädelwachstums ist an Prothesen und Implantate zu denken. Die Prognose für die Patienten ist gut, vorallem bei früher Diagnose und frühem Behandlungsbeginn.
Quelle: Orphanet: an online rare disease and orphan drug data base. Copyright, INSERM 1997. Available on http://www.orpha.net. Accessed 28.04.2014

Orofaziale Manifestation

Zahnanomalien (Schmelzdysplasie, Formanomalie, Mikrodontie), Pulpitis ohne vorhandene Karies

Literatur

Weblinks