McCune-Albright-Syndrom

Aus ROMSEWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Krankheitsbeschreibung

Das McCune-Albright-Syndrom (MAS) ist klassisch definiert durch die klinische Trias (i) fibröse Knochendysplasie (FD), (ii) Café-au-lait-Flecken der Haut und (iii) Pubertas praecox (PP). Schätzungen der Prävalenz liegen zwischen 1:100.000 und 1:1.000.000. Die FD kann isoliert oder an mehreren Stellen des Skeletts auftreten und wird durch Hinken und/oder Schmerzen und manchmal mit einer pathologischen Fraktur manifest. Häufig besteht eine, evtl. auch zunehmende, Skoliose. Zusätzlich zur PP (vaginale Blutungen oder Blutflecken und frühe Entwicklung der Brustdrüse bei Mädchen, Hoden- und Penisvergrößerung mit frühen sexuellen Aktivitäten bei Knaben) können auch andere Endokrinopathien mit Überfunktion auftreten, z.B. Hyperthyreose und vermehrte Ausschüttung von Wachstumshormon, Cushing-Syndrom und renaler Phosphatverlust. Café-au-lait-Flecken treten meist schon bei den Neugeborenen auf, aber am häufigsten führen PP und FD die Kinder zum Arzt. Eine Nierenbeteiligung wird bei etwa der Hälfte der Patienten mit MAS gefunden. Ursache der Krankheit sind somatische Mutationen im komplexen GNAS-Locus (20q13.2), der u.a. auch für das cAMP-regulierende Protein Gs-alpha kodiert. Das Ausmaß der Erkrankung wird bestimmt durch Proliferation, Migration und Überleben der Zelle, in der spontan während der Embryonalentwicklung die Mutation auftrat. Die Diagnose eines MAS wird meist klinisch gestellt. Hierfür reichen oft auch schon einfache Röntgenbilder aus, aber Biopsien von FD-Läsionen können zur Bestätigung herangezogen werden. Die Untersuchung der Patienten muss mit spezifischen Tests alle Organe berücksichtigen, deren Beteiligung beim MAS möglich ist. Eine molekulare Analyse des GNAS-Gens ist nicht routinemäßig verfügbar. Eine genetische Beratung wird empfohlen. Differentialdiagnosen sind Neurofibromatose, Osteofibröse Dysplasie, nicht-verknöchernde Fibrome, idiopathische zentrale Pubertas praecox und Ovar-Neoplasien (s. diese Termini). Die Behandlung richtet sich nach den betroffenen Geweben und dem jeweiligen Schweregrad. Im Zusammenhang mit FD auftretende Anomalien an Schädel und Skelett (fortschreitende Verschlechterung des Visus, schwere Schmerzen, entstellende Veränderungen) MAS-assoziierte Endokrinopathien und Malignome (s.u.) erfordern evtl. chirurgische Eingriffe. Die FD wird häufig mit Bisphosphonaten behandelt. Kraftübungen werden empfohlen, um die Muskulatur in der Nachbarschaft von Knochen FD zu stärken und das Frakturrisiko zu senken. Behandlung erfordern auch die Endokrinopathien. Maligne Transformation der FD bei Patienten mit MAS ist selten und tritt wahrscheinlich bei weniger als 1% von ihen auf.
Quelle: Orphanet: an online rare disease and orphan drug data base. Copyright, INSERM 1997. Available on http://www.orpha.net. Accessed 20.01.2015

Orofaziale Manifestation

Multizystische Knochentumore, Zahnanomalien (Retentionen, Wurzelresorptionen)

Literatur

Weblinks