Faktor XIII-Mangel, kongenitaler

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Krankheitsbeschreibung

Der Kongenitale Faktor XIII-Mangel ist eine erbliche Blutungsneigung mit Verminderung des Spiegels und/oder der Aktivität des Faktors XIII (FXIII). Kennzeichen dieses Mangels ist eine häufig mit spontanen Fehlgeburten und schlechter Wundheilung einhergehende hämorrhagische Diathese. Der FXIII-Mangel ist einer der seltensten Gerinnungsfaktor-Defekte. Die Prävalenz der homozygoten Form wird auf etwa 1:2.000.000 geschätzt. Beide Geschlechter sind gleich betroffen. Der Kongenitale Faktor XIII-Mangel kann in jedem Alter manifest werden, am häufigsten wird er jedoch im Säuglingsalter diagnostiziert. Bis zu 80% der Patienten haben Nabelstumpf-Blutungen. Andere häufige Symptome sind intrakranielle Blutungen (25-30%), Weichteilblutungen, Hauteinblutungen, Hämarthrosen(20%) und gehäufte spontane Fehlgeburten. Blutungen nach Verletzungen und chirurgischen Eingriffen treten in den meisten Fällen erst verzögert (nach 12-36 Stunden) auf. Die Patienten können eine schlechte Wundheilung haben. Erworbene Formen des FXIII-Mangels wurden im Zusammenhang mit Leberzellversagen, entzündlicher Darmerkrankung (s. dort) und Myeloischer Leukämie beschrieben. Die Ursache des Kongenitalen FXIII-Mangels sind meist Mutationen im F13A1-Gen (6p24.2-p23), das für die katalytische A-Untereinheit kodiert. Es wurden aber auch ursächliche Mutationen in F13B (6p24.2-p23), dem Gen für die B-Untereinheit des FXIII, beschrieben. Die Vererbung ist autosomal-rezessiv. Der Phänotyp des FXIII-Mangels ist weniger schwer, wenn F13B-Mutationen die Ursache sind. Zur Diagnose führen die Quantifizierung der FXIII-Aktivität und des FXIII-Antigens. Übliche Gerinnungstest wie aktivierte partielle Thromboplastinzeit (aPTT) und Prothrombinzeit (PT) sind normal und können daher für ein Sreening nicht verwendet werden. Der Fibrin-Löslichkeitstest kann angewendet werden, bei FXIII-Mangel ist das Fibrin mehr als 24 Stunden stabil. Eine molekulare Testung ist möglich, aber für die Sicherung der Diagnose nicht erforderlich. Differentialdiagnosen sind vor allem die kongenitalen Mangelzustände der anderen Gerinnungsfaktoren: Fibrinogen und die Faktoren II, V, VII, X, XI, VIII, IX; s. diese Termini). Bei in der Familie bekannten Mutationen kann ein vorgeburtliche Diagnostik durchgeführt werden. Zur Behandlung von Blutungen werden in der Regel Faktor XIII-Konzentrate verwendet, oder, wenn diese nicht verfügbar sind, frisch gefrorenes Plasma. Prophylaktische Therapie mit FXIII-Konzentrat ist zur Verhütung rezidivierender Blutungen, z.B. intrakranieller Blutungen, indiziert. Intrakranielle Blutungen können lebensbedrohlich sein, bei adäquater Behandlung ist die Prognose aber günstig.
Quelle: Orphanet: an online rare disease and orphan drug data base. Copyright, INSERM 1997. Available on http://www.orpha.net. Accessed 26.12.2016.

Orofaziale Manifestation

verstärkte Blutungen, Hämorrhagische Diathese, Zahnfleischbluten

Literatur

Weblinks