Dihydropteridinreduktase-Mangel

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Krankheitsbeschreibung

Der angeborene Mangel der Dihydropteridin-Reduktase (DHPR) wird autosomal-rezessiv vererbt und ist eine der Ursachen der sog. malignen Hyperphenylalaninämie mit Mangel an Tetrahydrobiopterin. Außer der Phenylalanin-Hydroxylase benötigen auch die Tyrosin- und die Tryptophan-Hydroxylase das Tetrahydrobiopterin als Kofaktor. Dessen Mangel führt deshalb nicht nur zur Hyperphenylalaninämie, sondern auch zu einem Defekt der monoaminergen Neurotransmission. Eine DHPR-Defizienz muß bei allen Kindern mit positivem PKU-Screening-Test ausgeschlossen werden, vor allem, wenn der Phenylalaninspiegel nur moderat erhöht ist. Die Aktivität der DHPR kann aus den getrockneten Blutproben der Guthrie-Kärtchen bestimmt werden. Unbehandelt führt der DHPR-Mangel im Alter von 4-5 Monaten zu neurologischen Symptomen, diese können aber auch schon zum Zeitpunkt der Geburt nachweisbar sein. Hauptsächliche Symptome sind: Psychomotorische Retardierung, Dystonie, Benommenheit, Schreckhaftigkeit, abnorme Bewegungsmuster, Hyperthermie, Hypersalivation und Schluckbeschwerden. Die Behandlung zielt auf eine Normalisierung des Phenylalaninspiegels (durch phenylalaninarme Diät oder Verordnung von Tetrahydrobiopterin) und der monoaminergen Neurotransmission (durch Gabe der Neurotransmitter-Vorstufen L-DOPA/Carbidopa und 5-Hydroxy-Tryptophan). Durch die Gabe von Folsäure wird eine zunehmende Verarmung des Gehirns an Folaten verhindert. Anti-Folate, wie z.B. Cotrimoxazol, sind gefährlich.
Quelle: Orphanet: an online rare disease and orphan drug data base. Copyright, INSERM 1997. Available on http://www.orpha.net. Accessed 09.04.2014

Orofaziale Manifestation

Hypersalivation, Schluckbeschwerden

Literatur

Weblinks