Dermopathie, letale restriktive

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Krankheitsbeschreibung

Das letale Syndrom der Restriktiven Dermopathie (Kontrakturen durch zu enge Haut) wird autosomal-rezessiv vererbt und ist sehr selten. Seit 1983 erstmals 2 Kinder mit dieser Krankheit beschrieben wurden, sind weniger als 30 weitere Fälle publiziert worden. Fast alle Symptome resultieren aus der Behinderung der intrauterinen Kindsbewegungen durch den Hautdefekt. Die Haut liegt dem Gesicht eng an und verursacht so eine schmale, spitze Nase, einen kleinen Mund, eingeschränkte Beweglichkeit des zu kleinen Unterkiefers und ein Entropion der Augen. Die Ohren sind malformiert, die Ohrmuscheln der Kopfhaut angeheftet. Spezifische viszerale Symptome wurden nicht beschrieben. Regelmäßig besteht eine intrauterine Wachstumsretardierung. Weitere Symptome sind multiple Gelenkkontrakturen und eine starre, straffe Haut, die leicht abschürft und in den Achseln und am Hals Fissuren zeigt. Histologische Anomalien der Haut sind eine Hyperkeratose mit verzögerter Reifung der Haar-Talgdrüsen und der ekkrinen Schweißdrüsen, sowie das Fehlen von Elastin. Die Epidermis und das Unterhaut-Fettgewebe sind verdickt. Die Dermis dagegen ist dünn, mit parallel zur Epidermis ausgerichteten, dünnen und dabei dichten Kollagenfasern als Hinweis auf verringerten Kollagen-Umsatz der Haut. Die Keratohyalin-Granula hat eine abnorme globuläre Form. In den Fibroblasten ist die Expression der kollagen-bindenden Alpha-1- und Alpha-2-Untereinheiten des Integrins erhöht. Da die Integrine eine wichtige Funktion bei der Gewebsdifferenzierung haben, wurde dieser Befund dahingehend gedeutet, daß die Restriktive Dermopathie Folge einer gestörten Differenzierung der Haut ist. Die oberflächlichen Gefäße der Haut sind prominent, die Nägel können kurz oder auch sehr lang sein. Die Lider, Augenbrauen und Lanugohaare fehlen, während die Kopfhaare evtl. normal sind. Röntgenologisch fallen Schaukelstuhl-Füße, dünne und dysplastische Sclüsselbeine, bandförmige Rippen, röhrenförmige lange Knochen der Arme und schlecht mineralisierte Schädelknochen auf. Weitere Symptome sind eine Lungen-Hypoplasie als Folge des erhöhten anterio-posterioren Thoraxdurchmessers, abnorme Plazenta und verkürzte Nabelschnur. Beschrieben wurden auch neonatale Zähne, vergrößerte Fontanellen, Choanalatresie, eine Spalte des primären oder sekundären Gaumens, enge Lidspalten, Hypospadie, gedoppelter Uterus, Kyphoskoliose der BWS, Nebennieren-Hypoplasie und Herzfehler, z.B. offener Ductus Botalli oder Vorhofseptumdefekt. Ein Patient hatte eine erweiterte Aorta ascendens mit Dextrokardie. Polyhydramnie und vorzeitige Geburt sind häufig. Fetale Hautbiopsien sind keine verlässliche Methode für die vorgeburtliche Diagnostik, da noch in der 20. Schwangerschaftswoche die licht- und elektronenmikroskopischen Biopsiebefunde unauffällig sein können. Auch werden in den meisten Fällen keine morphologischen Anomalien gesehen. Nach der Geburt eines betroffenen Kindes kann in weiteren Schwangerschaften die Diagnose am Ende des 1. Tromenon vermutet werden, wenn sich ein Hydramnion entwickelt und der Foet sich nicht mehr bewegt. Mit der 3D-Ultrasonographie sollte eine vorgeburtliche Diagnose etwas eher als erst im 2. Trimenon möglich sein. Die meisten Kinder sterben wenige Stunden nach der Geburt an ihrer Ateminsuffizienz, aber 1 Kind lebte 4 Monate. Wegen der Ankylose des Kiefergelenkes ist eine Intubation außerordentlich schwierig
Quelle: Orphanet: an online rare disease and orphan drug data base. Copyright, INSERM 1997. Available on http://www.orpha.net. Accessed 14.01.2015

Orofaziale Manifestation

Dysgnathie (kleiner Mund, Ankylose des Kiefergelenks, hypoplastische Mandibula), Zahnanomalien (neonatale Zähne)

Literatur

Weblinks