Darier-Krankheit

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Krankheitsbeschreibung

Die Darier-Krankheit (DD) ist eine Keratinisierungsstörung mit keratotischen Papeln in seborrhoischen Arealen und mit spezifischen Nagelanomalien. Die Prävalenz ist etwa 1:50.000. Die Krankheit beginnt um die Zeit der Pubertät herum. Die Patienten entwickeln fettige, gelblich-braun oder braun gefärbte, einzeln oder in Plaques angeordnete keratotische Papeln. Häufig sind diese Läsionen infiziert und übelriechend und verursachen so erhebliches Unwohlsein. Sonnenlicht, künstliche UVB-Bestrahlung, Hitze, Schwitzen, Reibung und Infektionen führen zur Exazerbation. Prädilektionsstellen sind seborrhoische Bereiche des Stammes und des Gesichtes: Oberer Thorax, Rücken, die seitlichen Halsbereiche, Stirn, Ohren und Kopfhaut. Auch die Beugen sind häufig betroffen (Leisten, Achseln, Anogenitalbereich). Diskrete Papeln können auch am Hand- und Fußrücken auftreten. Bei sorgfältiger Untersuchung der Handinnenflächen und Fußsohlen sind häufig kleine Grübchen und punktuierte Keratosen erkennbar. Sie sind hochverdächtig, wenn nicht sogar spezifisch für die Diagnose einer DD. Die subungualen Hyperkeratosen haben eine spezifische rote und weiße Längsstreifung, sind fast immer vorhanden und ein wichtiger diagnostscher Hinweis. Die Nägel sind brüchig und haben V-förmige Defekte. Harter Gaumen, Mundschleimhaut, Ösophagus, Vulva und Rektum können Ort von kleinen weißlichen, oft dicht angeordneten (Leukoplakie) Papeln sein. Die Patienten haben eine erhöhte Suszeptibilität für Infektionen mit Herpes simplex und pyogenen Erregern. Der Schweregrad ist sehr unterschiedlich, auch in der gleichen Familie. Ursache der DD sind Mutationen im ATP2A2-Gen (12q23-q24.1), das für eine Ca2+-Pumpe im endoplasmatischen Retikulum kodiert. Die Vererbung ist autosomal-dominant. Die Diagnose basiert auf der histologischen Analyse der Hautläsionen mit Nachweis von Hyperkeratose, fokaler Dyskeratose und suprabasaler Akantholyse. Differentialdiagnosen sind Hailey-Hailey-Krankheit, Pemphigus und warziges Dyskeratom (s. diese Termini), dazu akantholytische Dermatose. Den Familien soll eine genetische Beratung angeboten werden. Nur selten wird eine vorgeburtliche Diagnostik durchgeführt. Die Behandlung ist symptomatisch. Die Patienten sollen Sonnenexposition und Hitze vermeiden. Bei eher begrenzten Läsionen sind Emmollientia mit Harnstoff oder Milchsäure hilfreich. Die topische Applikation von Tretinoin oder Isotretinoin ist gegen Hyperkeratose wirksam, aber die Hautirritation schränkt diese Anwendung ein. Topische Steroide können die Irritation einschränken, aber bei alleiniger Anwendung zeigen sie keine Wirkung. Ein besser toleriertes Retinoid ist Tazaroten. Bei schwerer Erkrankung ist das orale Retinoid Acitretin am wirksamsten, aber auf mögliche Nebenwirkungen muss sorgfältig geachtet werden. Berichtet wurde über Depression und neuropsychologische Symptome. In diesen Fällen ist spezifische psychologische Betreuung erforderlich. Die DD verläuft chronisch-rezidivierend und kann erhebliche soziale Beeinträchtigung zur Folge haben.
Quelle: Orphanet: an online rare disease and orphan drug data base. Copyright, INSERM 1997. Available on http://www.orpha.net. Accessed 09.04.2014

Orofaziale Manifestation

Harter Gaumen, Mundschleimhaut und Ösophagus können Ort von kleinen weißlichen, oft dicht angeordneten (Leukoplakie) Papeln sein

Literatur

Weblinks