Arthritis, reaktive

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Krankheitsbeschreibung

Die Reaktive Arthritis (ReA) ist eine Autoimmunkrankheit aus der Gruppe der seronegativen Spondyloarthropathien. Charakteristisch ist die klassische Trias Arthritis - Urethritis - Konjunktivitis. Die geschätzte Prävalenz ist 1:30.000. Die Krankheit ist häufiger im männlichen Geschlecht und bei Weißen. Das Erkrankungsalter ist sehr unterschiedlich, sein Gipfel liegt zwischen 15 und 35 Jahren. Selten wird die ReA bei Kindern gesehen. Die Krankheit tritt meist 1 bis 3 Wochen nach einer uro-genitalen oder gastro-intestinalen Infektion auf. Häufig sind Polyurie und Dysurie die ersten Symptome. Oft haben männliche Patienten eine Prostatitis und weibliche Patienten eine Zervizitis, Salpingitis und/oder Vulvovaginitis. Im allgemeinen mehrere Wochen oder Monate nach diesen initialen Symptomen folgt eine Arthritis der großen Gelenke mit Schmerzen, Schwellungen und Empfindlichkeit. Oft ist nur 1 großes Gelenk (Knie) betroffen, oder nur einige wenige (Knie, Sprunggelenk, Zehen). Gelenknahe Sehnen und Bänder können ebenfalls entzündet sein, besonders die Achillessehne und Gelenke im unteren Rückenbereich. Ein Problem von seiten der Augen ist Konjunktivitis mit Rötung, Brennen, Tränenfluss und Photophobie. Seltener sind Iritis und Uveitis. Weitere Symptome sind schuppende Exantheme an Händen und Füßen, Nagelveränderungen, Diarrhoe, Balanitis, Fieber, Gewichtsverlust und Geschwüre in der Mundhöhle. Bei den meisten Patienten halten die Symptome 1-6 Monate an. In typischen Fällen wird die ReA durch Gram-negative Infektionen (Chlamydia, Shigella, Salmonella und Yersinia) ausgelöst. Genetische Faktoren sind an der Pathogenese beteiligt: Einige Patienten sind HLA-B27-positiv, ohne dass aber geklärt ist, wie HLA-B27 zur Suszeptibilität beiträgt. Zur Diagnose führt die Erkennung der klinischen Trias und ein positiver Nachweis von HLA-B27 (etwa 75% der Patienten sind B27-positiv). Differentialdiagnosen sind andere Formen von Spondyloarthropathie (Ankylosierende Spondylitis, psoriatrische Arthritis, mit Entzündlicher Darmerkrankung assoziierte Spondyloarthropathie, Juvenile Spondyloarthropathie (s. diese Termini) und undifferenzierte Spondyloarthropathien. Die Betreuung zielt auf eine Beseitigung der zugrundeliegenden Infektion (Antibiotika) und auf Kontrolle der Gelenkschmerzen und -entzündung (Analgetika, Steroide, Immunsuppressiva, Ruhigstellung, Gelenkschutz, spezielle Übungen). Die Prognose ist unterschiedlich. Zwei Drittel der Patienten haben nach akuter ReA längerfristige Gelenkbeschwerden, Rückenschmerzen oder eine Enthesiopathie (Sehnen). In bis zu 30% der Fälle kommt es zu schweren chronischen Störungen, aber die meisten Patienten haben eine normale Lebenserwartung und können einem nahezu normalen Lebensstil nachgehen.
Quelle: Orphanet: an online rare disease and orphan drug data base. Copyright, INSERM 1997. Available on http://www.orpha.net. Accessed 26.12.2016.

Orofaziale Manifestation

Ulzerationen der Mundschleimhaut

Literatur

Weblinks