Aminopterin/Methotrexat-Embryopathie

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Krankheitsbeschreibung

Aminopterin ist ein Folsäureantagonist und wurde in den 1950ern und -60ern als Zytostatikum verwendet. In den frühen 50ern wurde es auch als Abortivum benutzt. Damals wurde in 17 Fällen, bei denen es nach Aminopterin-Einnahme zwischen der 4. und 12. Schwangerschaftswoche nicht zu einem Abort gekommen war, über fetale Fehlbildungen berichtet. Alle Feten zeigten ein verblüffend ähnliches Muster von Fehlbildungen. Hierzu gehörten geringe Körpergröße, Schädelanomalien (verzögerte Ossifikation des Schädeldaches, Kraniosynostose, Kleeblattschädel), Hydrozephalus, abnorme Ohrmuscheln, Hypertelorismus, Mikrogenie und Gaumenspalte. Einige Feten hatten auch distale Anomalien der Gliedmaßen und Neuralrohrdefekte. Die Fehlbildungen traten bei Einnahme im 1. Trimenon mit Aminopterin-Dosen ab 1-3 mg pro Tag auf. Aber nicht immer kommt es unter diesen Bedingungen zu Fehlbildungen: Das Fehlbildungs-Risiko bei ausgebliebenem Abort wird auf ca. 50% geschätzt.
Quelle: Orphanet:an online rare disease and orphan drug data base. Copyright, INSERM 1997. Available on http://www.orpha.net. Accessed 13.03.2014.

Orofaziale Manifestation

Mikrogenie, Dysgnathie, Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

Literatur

Weblinks